Effective learning strategies in surgical training

Ziel

Ziel dieser Studie war es, die am häufigsten genutzten sowie am höchsten bewerteten Lern- und Trainingsstrategien in der Schulter- und Ellenbogenchirurgie zu identifizieren und deren Bedeutung in den verschiedenen Phasen der chirurgischen Ausbildung zu untersuchen.

Methoden

Zwischen November 2024 und Februar 2025 wurde eine Online-Umfrage unter Medizinstudierenden, Assistenzärztinnen und -ärzten sowie Fachärztinnen und -ärzten durchgeführt. Grundlage bildete ein 16 Fragen umfassender Fragebogen. Abgefragt wurden eingesetzte Trainingsstrategien, genutzte Hilfsmittel zur Operationsvorbereitung, grundlegende Voraussetzungen für operative Eingriffe, demografische Angaben sowie das jeweilige Ausbildungsniveau.

Ergebnisse

Insgesamt nahmen 214 Personen an der Umfrage teil (34,6 % Medizinstudierende, 23,4 % Assistenzärztinnen/-ärzte, 42,0 % Fachärztinnen/-ärzte). Als wichtigste Voraussetzungen für die eigenständige operative Tätigkeit wurden die strukturierte Planung der Operationsschritte (4,78 ± 0,50) sowie die Wiederholung anatomischer Kenntnisse (4,62 ± 0,60) bewertet. Fachärztinnen und Fachärzte bewerteten das anatomische Wissen sowie das Anfordern von Unterstützung höher als Studierende und Assistenzärztinnen/-ärzte, während Letztere die Kenntnis der einzelnen Operationsschritte als am wenigsten bedeutsam einschätzten. Traditionelle Lernressourcen wie Lehrbücher (65,1 %), Online-Portale (62,3 %) und Videos (53,5 %) wurden häufiger genutzt als Virtual Reality oder Simulatoren. Zu den zentralen Voraussetzungen für eigenständiges Operieren zählten ein Bewusstsein für Sterilität, die Fähigkeit, Hilfe anzufordern, sowie eine sorgfältige präoperative Vorbereitung (alle ≥ 4,70). Training wurde wichtiger eingeschätzt als angeborenes Talent. Mentoring erhielt eine hohe Relevanzbewertung (4,38). Unter den Befragten berichteten 34,5 %, eine Mentorin oder einen Mentor zu haben, wobei Frauen seltener als Männer Mentoring-Angebote hatten (18,9 % vs. 41,7 %; p = 0,004).

Schlussfolgerungen

In der chirurgischen Ausbildung wird strukturiertes Training höher bewertet als angeborenes Talent. Die Prioritäten in der Weiterbildung unterscheiden sich je nach Erfahrung: Fachärztinnen und Fachärzte legen besonderen Wert auf Sicherheit, während Assistenzärztinnen und -ärzte sich stärker auf den Vergleich mit Kolleginnen und Kollegen fokussieren. Zudem konnten im Geschlechtsvergleich Frauen seltener von bisherigen Mentoring-Angeboten profitieren. Trotz technischer Fortschritte spielen traditionelle Lernressourcen weiterhin eine zentrale Rolle.

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